Praxis für Chirurgie

MVZ Lüdinghausen

Knochenbrüche

Knochenbrüche (Frakturen) können auf zwei Arten behandelt werden: operativ und nicht-operativ (konservativ). Beide Therapieverfahren haben das Zeil der vollständigen Knochenheilung und Wiederherstellung der Funktion und Belastbarkeit. Die Wahl der Therapie hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab u.a. z.B. von der Art und Lage des Knochenbruchs und dem Patientenalter. Die operative Therapie ist in der Regel bei verschobenen Brüchen, komplexen Brüchen und Brüchen mit Gelenkbeteiligung indiziert. Hierbei wird der Knochen in der anatomischen Position mit Platten, Schrauben, Nägeln oder Drähten fixiert. Die konservative Behandlung von Knochenbrüchen impliziert die Ruhigstellung mittels Orthesen oder Gipsverbänden

Die konservative Behandlung kommt vor allem bei stabilen, nicht oder wenig verschobenen Brüchen in Betracht. Ziel ist es, den Knochen in Ruhe und in möglichst korrekter Stellung ausheilen zu lassen – ohne Operation.

Typische Maßnahmen der konservativen Therapie sind:

  • Ruhigstellung mit Gipsverbänden
    Der betroffene Bereich wird mit einem Gips oder einem ähnlichen Verband stabilisiert, sodass die Knochenenden ruhig aufeinander liegen und gut verheilen können.
  • Versorgung mit Orthesen (Schienen oder speziellen Stützsystemen)
    Orthesen halten das betroffene Gelenk oder Körpersegment in der richtigen Position und erlauben je nach Modell eine kontrollierte, vorsichtige Bewegung.

Vorteile der konservativen Behandlung:

  • Kein operativer Eingriff notwendig
  • Kein Narkoserisiko
  • Häufig ausreichend bei einfachen, stabilen Frakturen

Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle (zum Beispiel durch Röntgenaufnahmen), um die Stellung des Bruchs und den Heilungsverlauf zu überwachen.

Eine Operation ist in der Regel bei verschobenen (dislozierten) Brüchen, komplexen Bruchformen sowie bei Brüchen mit Gelenkbeteiligung notwendig. Hier reicht eine reine Ruhigstellung oft nicht aus, um eine gute Stellung und Funktion des Knochens sicherzustellen.

Ziel der operativen Behandlung ist es:

  • den Knochen in seine anatomische (natürliche) Position zurückzubringen,
  • und ihn mit geeigneten Implantaten stabil zu fixieren, bis die Knochenheilung abgeschlossen ist.

Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, zum Beispiel:

  • Platten und Schrauben
    Metallplatten werden auf den Knochen aufgebracht und mit Schrauben fixiert, um den Bruch stabil zu halten.
  • Nägel (Marknägel)
    Ein Metallstift wird im Inneren des Knochens (Markraum) eingebracht und mit Verriegelungsschrauben gesichert – häufig bei Brüchen von Röhrenknochen wie Ober- oder Unterschenkel.
  • Drähte und andere Fixationssysteme
    Dünne Drähte oder spezielle Systeme kommen zum Einsatz, wenn eine sehr filigrane oder übergangsweise Stabilisierung erforderlich ist.

Vorteile der operativen Behandlung:

  • exakte Wiederherstellung der Knochenform und Gelenkfläche
  • oft frühere Mobilisation des betroffenen Bereichs möglich
  • bessere Voraussetzungen für eine normale Funktion und langfristige Belastbarkeit

Operationen werden bei Bedarf in Zusammenarbeit mit dem St. Marien-Hospital durchgeführt.