Lipödem
Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, bei der es vor allem an Beinen und Armen zu schmerzhaften Schwellungen kommt. Viele Betroffene berichten über Druck- und Berührungsschmerzen, schwere und müde Beine sowie Neigung zu blauen Flecken. Häufig bestehen die Beschwerden schon länger, werden aber zunächst als „Übergewicht“ oder „normale Wassereinlagerungen“ fehlgedeutet.
In unserer Praxis nehmen wir Ihre Beschwerden ernst und prüfen sorgfältig, ob ein Lipödem vorliegt und in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Die Behandlung erfolgt individuell nach Ihren Beschwerden und Ihrem Befund. Komplexere Eingriffe können – je nach Notwendigkeit – in enger Zusammenarbeit mit dem St. Marien-Hospital Lüdinghausen geplant und durchgeführt werden.
Beim Lipödem handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, bei der sich:
- Fettgewebe an Beinen und Armen übermäßig und symmetrisch vermehrt,
- ein Spannungs- und Druckgefühl entsteht,
- und bereits leichte Berührungen schmerzhaft sein können.
Typische Merkmale sind:
- deutlich ausgeprägte Beine und/oder Arme bei vergleichsweise schlankem Oberkörper,
- Neigung zu Blutergüssen (Hämatomen),
- zunehmende Beschwerden im Verlauf des Tages (Schweregefühl, Spannungsgefühle).
Das Lipödem ist keine „Schuldfrage“ und kein reines Gewichtsproblem – es handelt sich um eine eigenständige Erkrankung, die oft familiär gehäuft auftritt.
Am Anfang steht eine ausführliche Anamnese (Befragung zu Beschwerden, Verlauf und Vorerkrankungen) sowie eine gründliche körperliche Untersuchung. Ziel ist es:
- das Lipödem von anderen Ursachen (z. B. Lymphödem, Adipositas) zu unterscheiden,
- das Stadium der Erkrankung einzuschätzen,
- und ein individuelles Behandlungskonzept zu erstellen.
Wir besprechen mit Ihnen:
- die möglichen konservativen Maßnahmen (z. B. Kompression, Lymphdrainage, Bewegung),
- die Optionen einer operativen Therapie (z. B. Fettgewebsreduktion),
- sowie Erwartungen und Grenzen der Behandlung.
Nicht jeder Befund erfordert sofort eine Operation. Je nach Stadium und Beschwerden kommen zunächst konservative Maßnahmen zum Einsatz, zum Beispiel:
- Kompressionsversorgung (Strümpfe, Strumpfhosen) zur Entlastung der Beine und zur Reduktion von Schwellungen,
- Manuelle Lymphdrainage zur Förderung des Flüssigkeitsabtransports,
- angepasste Bewegungstherapie (z. B. gelenkschonende Sportarten),
- Hautpflege und Beratung zum Alltag (z. B. Kleidung, Belastung, Pausen).
Diese Maßnahmen können die Beschwerden lindern und das Fortschreiten der Erkrankung positiv beeinflussen, auch wenn sie das Lipödem als solches nicht „heilen“.
Wenn die konservativen Maßnahmen nicht ausreichen und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist, kann eine operative Reduktion des krankhaft vermehrten Fettgewebes in Betracht kommen. Ziel ist es:
- Schmerzen und Spannungsgefühle zu verringern,
- die Körperform zu harmonisieren,
- und den Alltag (Gehen, Stehen, Sport) zu erleichtern.
Der Eingriff wird sorgfältig geplant und erfolgt abhängig von Ausmaß und Lokalisation des Lipödems. Dabei achten wir auf:
- ein möglichst schonendes Vorgehen,
- ein realistisches Zielbild,
- und eine strukturierte Nachsorge mit Kompression und Bewegung.
Je nach Umfang des Eingriffs und notwendiger Narkoseform:
- kann die Behandlung ambulant erfolgen
oder - wird sie in enger Kooperation mit dem St. Marien-Hospital Lüdinghausen als stationärer Eingriff durchgeführt.
