Ambulantes Operieren
Nicht jede Operation erfordert einen Krankenhausaufenthalt. Viele operative Eingriffe können heute dank moderner Operationsverfahren sicher und schonend ambulant durchgeführt werden. Wir begleiten Sie von der ersten Beratung über die sorgfältige Operationsplanung bis hin zur Nachsorge. Ambulante Eingriffe eignen sich für viele Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates. Voraussetzung ist, dass der Eingriff medizinisch dafür geeignet ist und keine Gründe gegen eine ambulante Versorgung sprechen.
Hierbei handelt es sich um ein modernes, internationales Anästhesieverfahren in der Handchirurgie, bei der das Operationsgebiet betäubt wird, die Beweglichkeit der Hand erhalten bleibt und der Patient während der OP wach ist. Im Wesentlichen handelt es sich um ein örtliches Betäubungsverfahren, bei welchem dem lokalen Betäubungsmittel eine geringe Menge Adrenalin hinzugefügt wird. So erzielt man eine örtliche Verengung der Blutgefäße, verhindert Blutungen und kann auf die für Patienten häufig unangenehme Blutsperre verzichten.
Bleibt ein Finger beim Beugen oder Strecken hängen und schnellt anschließend ruckartig zurück, spricht man von einer Ringbandstenose – auch „Schnellender Finger“ oder „Schnappfinger“ genannt. Diese häufige Erkrankung der Hand kann schmerzhaft sein und alltägliche Bewegungen deutlich einschränken.
Die Beugesehnen der Finger verlaufen durch sogenannte Ringbänder, die sie eng am Knochen führen. Kommt es durch Überlastung, Verschleiß oder eine Entzündung zu einer Verdickung der Sehne oder einer Einengung des Ringbandes, kann die Sehne nicht mehr frei gleiten. Dadurch entsteht das typische Schnappen oder Blockieren des Fingers.
Besonders häufig sind Daumen, Ringfinger und Mittelfinger betroffen und entwickelt sich meist schleichend. Häufige Symptome sind:
- Schmerzen an der Fingerbasis, insbesondere beim Greifen
- Ein Schnappen oder Klicken beim Beugen und Strecken
- Blockieren des Fingers in gebeugter Stellung
- Morgensteifigkeit der Finger
- Druckschmerz oder eine kleine tastbare Verdickung in der Handfläche
Im fortgeschrittenen Stadium kann der Finger nur noch mit der anderen Hand gestreckt werden.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Anhand der typischen Beschwerden und des Bewegungsablaufs lässt sich eine Ringbandstenose meist eindeutig erkennen. Bildgebende Untersuchungen sind nur in besonderen Fällen erforderlich.
Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden. Bleiben die Symptome bestehen oder blockiert der Finger regelmäßig, empfiehlt sich eine operative Behandlung. Dabei wird das eingeengte Ringband durch einen kleinen Eingriff gespalten, sodass die Beugesehne wieder frei gleiten kann.
Nervenkompressionssyndrome entstehen, wenn ein Nerv auf seinem Verlauf durch den Körper eingeengt oder dauerhaft unter Druck gesetzt wird. Die Folge sind Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftverlust. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um bleibende Nervenschäden zu vermeiden und die normale Funktion von Hand oder Arm wiederherzustellen.
Das Karpaltunnelsyndrom ist das häufigste Nervenkompressionssyndrom der Hand. Dabei wird der Mittelhandnerv (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks eingeengt. Durch den erhöhten Druck im Karpaltunnel kann der Nerv seine Funktion nicht mehr uneingeschränkt erfüllen.
Typische Beschwerden sind:
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Daumen, Zeige- und Mittelfinger
- Nächtliches Einschlafen der Hand
- Schmerzen, die bis in den Unterarm ausstrahlen können
- Verminderte Griffkraft
- Schwierigkeiten beim Greifen oder Halten kleiner Gegenstände
Bleibt die Einengung über längere Zeit bestehen, kann es zu einer Schwäche der Daumenmuskulatur und zu dauerhaften Gefühlsstörungen kommen.
Neben dem Karpaltunnelsyndrom gibt es weitere Erkrankungen, bei denen Nerven eingeengt werden. Dazu gehören unter anderem:
- Kubitaltunnelsyndrom (Einengung des Ellennervs am Ellenbogen)
- Sulcus-ulnaris-Syndrom
- Loge-de-Guyon-Syndrom (Einengung des Ellennervs am Handgelenk)
- Supinatorlogensyndrom (Einengung des Speichennervs)
Je nach betroffenem Nerv unterscheiden sich die Beschwerden, die häufig Taubheitsgefühle, Schmerzen, Kribbeln oder eine verminderte Muskelkraft umfassen.
Führen konservative Therapiemaßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg oder bestehen bereits deutliche Nervenschäden, empfehlen wir eine operative Entlastung des betroffenen Nervs.
Beim Karpaltunnelsyndrom erfolgt dabei die Spaltung des straffen Bandes über dem Karpaltunnel. Dadurch erhält der Nerv wieder ausreichend Platz und der Druck wird reduziert.
Ein Ganglion ist in der Regel eine gutartige, mit gelartiger Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide. Es tritt häufig am Handgelenk, an den Fingern oder am Fuß auf und kann Schmerzen, Druckgefühle oder Bewegungseinschränkungen verursachen.
Eine operative Entfernung wird in der Regel empfohlen, wenn das Ganglion Beschwerden verursacht, wiederholt auftritt oder die Funktion des betroffenen Gelenks beeinträchtigt. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung oder Regionalanästhesie.
Ein eingewachsener Zehennagel entsteht, wenn der Nagelrand in die umliegende Haut hineinwächst. Am häufigsten ist der große Zeh betroffen. Durch das Einwachsen wird die Haut gereizt und verletzt, wodurch Bakterien eindringen und eine chronische Entzündung verursachen können.
Typische Symptome sind Schmerzen, Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit am Nagelrand. Im weiteren Verlauf kann sich Eiter bilden und die Beschwerden nehmen zu. Ohne Behandlung kann sich die Entzündung ausbreiten und den Heilungsprozess erschweren.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Entzündung. In leichten Fällen helfen regelmäßige Fußbäder, eine sorgfältige Wundpflege sowie das Tragen von weitem Schuhwerk. Bei stärkeren Beschwerden kann eine operative Behandlung erforderlich sein.
